Ich bin immer wieder ueberrascht bis geschockt, wenn ich miterlebe, wie feindselig Menschen, denen man nichts getan hat, einem entgegentreten koennen. Wie verbissen und aggressiv sie Diskussionen fuehren, ohne wirklich an der Meinung der Gegenseite interessiert zu sein. Hauptsache, die eigene Position wird (mit schwammigen Argumenten ohne nennenswerte Substanz) durchgeboxt.
Anders formuliert: Da wird mir auf einmal die Freundschaft gekuendigt, weil ich erwaehne, dass ich in die Kirche gehe. Denn Kirchgaenger haben "einen an der Klatsche". Begruendung: ISSO. "Die Kirche" ist scheiße, der Papst ist scheiße (denn natuerlich ist mit "die Kirche" nur die roemisch-katholische gemeint), ueberhaupt sind Glaube und Religion scheiße. Und die, die es anders sehen, die sind es sowieso. Keine Kondome fuer Afrika, Kreuzzuege, Kindesmissbrauch, bliblablubb, es ist immer wieder das gleiche Schema, immer wieder dieselben ausgelutschten Contra-Kirche/Glaube/Religion-Argumente, immer wieder die gleichen Sticheleien und bloeden Sprueche. Dass "die Kirche" viel sein kann, ohnehin niemand zu definieren imstande ist, was "Religion" sein soll und nichts nur schwarz oder nur weiß ist, ist dabei vollkommen irrelevant.
Kritik an gewissen Strukturen und Missstaenden ist ja die eine Sache - diese sollte jedoch bitte mit einem gewissen Fundament an Wissen geuebt werden. Es ist immer der leichteste Weg, sich die negativen Schlagzeilen, die man durch die Medien so aufschnappt, herauszupicken und damit ein Gesamtbild zu konstruieren, das einem in den Kram passt und sich ganz wunderbar in das eigene (oftmals latent misanthropische) Weltbild einfuegen laesst. Frei nach Hagen Rether: "Wir backen uns einen Feind". Scheinbar ist es en vogue, nicht weiter nachzuhaken oder sich ueber gewisse Kontexte zu informieren - man muesste eventuell die eigene Einstellung ueberdenken und sich eingestehen, dass man falsch lag, vorschnell geurteilt oder schlichtweg zu wenig nachgedacht hat. Und das wollen viele Menschen nicht. Das mag prinzipiell nichts Neues sein und im Allgemeinen habe ich mich mit diesem Umstand auch mehr oder minder abgefunden. Man kann Menschen nicht dazu zwingen, einen Blick ueber den Tellerrand zu riskieren. Wuerde man dies versuchen, es waere ein Kampf gegen Windmuehlen.
Kurz: Wenn mir eine Person, die ich nicht naeher kenne, bloed kommt, weil ich glaeubige Christin bin und mir irgendwelche schwachsinnigen Zitate um die Ohren haut, die sie mal irgendwo gelesen, fuer cool/besonders intellektuell befunden und ins eigene Repertoire aufgenommen hat, um sie bei Gelegenheit herauszuziehen (erst letztens: "Je mehr der Mensch glaubt, desto weniger denkt er"), dann aergere ich mich zwar, allerdings beschaeftigt es mich nicht weiter.
Wenn ich allerdings von einem Menschen nahezu angepoebelt werde, der sich mal als Freund bezeichnet hat, dann schockiert mich das zutiefst. Glaube war in dieser doch recht langen Zeit nie ein Thema gewesen, zu dem ich mich geaeußert habe - schlichtweg, weil nicht danach gefragt wurde und ich auch keinen Grund sah, meine Einstellung zu Gott und der Kirche zu erlaeutern. Zwar wusste ich, dass die Person, von der die Rede ist, keine sonderlich hohe Meinung vom Christentum bzw. "Religion" im Allgemeinen hatte und hat, allerdings habe ich mich nie dazu aufgefordert gefuehlt, meine eigene Position an die große Glocke zu haengen. Man sprach nicht darueber und damit hatte es sich.
Dann kam irgendwann der Tag (i. e. vorgestern), an dem ich aufgrund eines Spiegel-Artikels erwaehnte, dass ich in die Kirche gehe - und zack, da war's vorbei. Nicht, dass ich gefragt worden waere, warum ich das tue oder wie ich zu gewissen Themen stehe (was meine erste Reaktion gewesen waere), nein, weit gefehlt. "Das haette ich nie von dir gedacht" hieß es. Es wurden die oben genannten Standardsprueche abgelassen und Gegenargumente gekonnt ignoriert. Ich bin religioes, also habe ich einen an der Waffel. Ergo: Kontaktabbruch. Selbstverstaendlich war und bin ich gekraenkt und enttaeuscht, hatte ich doch geglaubt, dass die Religionszugehoerigkeit kein Thema mehr sein sollte, das zu derartiger Zwietracht fuehrt. Scheinbar hatte ich mich geirrt.
Wie gerne haette ich ihm den Artikel "Psychologie des antireligioesen Affektes" von Raphael Bonelli geschickt, der letztens auf der Webseite der Tagespost veroeffentlicht wurde (und dem ich uebrigens nicht in allen, aber doch einigen Punkten zustimmen wuerde) - den Gedanken verwarf ich jedoch. Er haette ihn vermutlich ohnehin nicht gelesen.
Aber sei's drum. Wenn man mir aufgrund meines Glaubens so entgegentritt, dann sollte ich die Person auch ziehen lassen.
Anders formuliert: Da wird mir auf einmal die Freundschaft gekuendigt, weil ich erwaehne, dass ich in die Kirche gehe. Denn Kirchgaenger haben "einen an der Klatsche". Begruendung: ISSO. "Die Kirche" ist scheiße, der Papst ist scheiße (denn natuerlich ist mit "die Kirche" nur die roemisch-katholische gemeint), ueberhaupt sind Glaube und Religion scheiße. Und die, die es anders sehen, die sind es sowieso. Keine Kondome fuer Afrika, Kreuzzuege, Kindesmissbrauch, bliblablubb, es ist immer wieder das gleiche Schema, immer wieder dieselben ausgelutschten Contra-Kirche/Glaube/Religion-Argumente, immer wieder die gleichen Sticheleien und bloeden Sprueche. Dass "die Kirche" viel sein kann, ohnehin niemand zu definieren imstande ist, was "Religion" sein soll und nichts nur schwarz oder nur weiß ist, ist dabei vollkommen irrelevant.
Kritik an gewissen Strukturen und Missstaenden ist ja die eine Sache - diese sollte jedoch bitte mit einem gewissen Fundament an Wissen geuebt werden. Es ist immer der leichteste Weg, sich die negativen Schlagzeilen, die man durch die Medien so aufschnappt, herauszupicken und damit ein Gesamtbild zu konstruieren, das einem in den Kram passt und sich ganz wunderbar in das eigene (oftmals latent misanthropische) Weltbild einfuegen laesst. Frei nach Hagen Rether: "Wir backen uns einen Feind". Scheinbar ist es en vogue, nicht weiter nachzuhaken oder sich ueber gewisse Kontexte zu informieren - man muesste eventuell die eigene Einstellung ueberdenken und sich eingestehen, dass man falsch lag, vorschnell geurteilt oder schlichtweg zu wenig nachgedacht hat. Und das wollen viele Menschen nicht. Das mag prinzipiell nichts Neues sein und im Allgemeinen habe ich mich mit diesem Umstand auch mehr oder minder abgefunden. Man kann Menschen nicht dazu zwingen, einen Blick ueber den Tellerrand zu riskieren. Wuerde man dies versuchen, es waere ein Kampf gegen Windmuehlen.
Kurz: Wenn mir eine Person, die ich nicht naeher kenne, bloed kommt, weil ich glaeubige Christin bin und mir irgendwelche schwachsinnigen Zitate um die Ohren haut, die sie mal irgendwo gelesen, fuer cool/besonders intellektuell befunden und ins eigene Repertoire aufgenommen hat, um sie bei Gelegenheit herauszuziehen (erst letztens: "Je mehr der Mensch glaubt, desto weniger denkt er"), dann aergere ich mich zwar, allerdings beschaeftigt es mich nicht weiter.
Wenn ich allerdings von einem Menschen nahezu angepoebelt werde, der sich mal als Freund bezeichnet hat, dann schockiert mich das zutiefst. Glaube war in dieser doch recht langen Zeit nie ein Thema gewesen, zu dem ich mich geaeußert habe - schlichtweg, weil nicht danach gefragt wurde und ich auch keinen Grund sah, meine Einstellung zu Gott und der Kirche zu erlaeutern. Zwar wusste ich, dass die Person, von der die Rede ist, keine sonderlich hohe Meinung vom Christentum bzw. "Religion" im Allgemeinen hatte und hat, allerdings habe ich mich nie dazu aufgefordert gefuehlt, meine eigene Position an die große Glocke zu haengen. Man sprach nicht darueber und damit hatte es sich.
Dann kam irgendwann der Tag (i. e. vorgestern), an dem ich aufgrund eines Spiegel-Artikels erwaehnte, dass ich in die Kirche gehe - und zack, da war's vorbei. Nicht, dass ich gefragt worden waere, warum ich das tue oder wie ich zu gewissen Themen stehe (was meine erste Reaktion gewesen waere), nein, weit gefehlt. "Das haette ich nie von dir gedacht" hieß es. Es wurden die oben genannten Standardsprueche abgelassen und Gegenargumente gekonnt ignoriert. Ich bin religioes, also habe ich einen an der Waffel. Ergo: Kontaktabbruch. Selbstverstaendlich war und bin ich gekraenkt und enttaeuscht, hatte ich doch geglaubt, dass die Religionszugehoerigkeit kein Thema mehr sein sollte, das zu derartiger Zwietracht fuehrt. Scheinbar hatte ich mich geirrt.
Wie gerne haette ich ihm den Artikel "Psychologie des antireligioesen Affektes" von Raphael Bonelli geschickt, der letztens auf der Webseite der Tagespost veroeffentlicht wurde (und dem ich uebrigens nicht in allen, aber doch einigen Punkten zustimmen wuerde) - den Gedanken verwarf ich jedoch. Er haette ihn vermutlich ohnehin nicht gelesen.
Aber sei's drum. Wenn man mir aufgrund meines Glaubens so entgegentritt, dann sollte ich die Person auch ziehen lassen.
“Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet fuer die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.”
Mt 5, 44f.
Mt 5, 44f.

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